IPeG · Leibniz Universität Hannover · Kapitel 1–9 + Saalübungen
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Kompakte Zusammenfassungen aller Kapitel.
Ein Produkt entsteht in vielen kleinen Schritten. Der Produktentstehungsprozess (PEP) beschreibt die Abfolge dieser Schritte. Methodisches Vorgehen ist wichtig, weil es:
| Lastenheft | Pflichtenheft |
|---|---|
| Standpunkt des Kunden (Auftraggeber) | Antwort des Auftragnehmers |
| Was wird erwartet? | Wie wird es umgesetzt? (Ausschlussprinzip) |
| Grundlage des Projekts | + Angebot = vertragliche Grundlage |
Explizit = im Lastenheft genannt. Implizit = unbewusst, muss methodisch ermittelt werden (Produktfragelisten, Hauptmerkmalsliste).
1. Korrekt · 2. Eindeutig · 3. Umsetzbar. → immer quantifizieren (z. B. „η ≥ 96 %“ statt „hohe Effizienz“).
| Art | Bedeutung |
|---|---|
| F 17 mm | exakt zu erreichen |
| Z … < | max. Wert, je kleiner desto besser |
| Z … ≤ | max. Wert, je näher desto besser |
| Z … > / ≥ | mind. Wert, je größer / je näher desto besser |
Ein System interagiert über Systemgrenzen mit der Umwelt. Drei Hauptflussarten bestimmen die Klassifikation:
| Hauptfluss | System | Beispiel |
|---|---|---|
| Stoff/Materie | Apparat | Kaffeemaschine |
| Energie | Maschine | PKW-Motor |
| Signal | Gerät | Telefonapparat |
„Allgemeiner und gewollter Zusammenhang zwischen Eingang und Ausgang eines Systems mit dem Ziel, eine Aufgabe zu erfüllen.“ (Pahl/Beitz)
Warum zerlegen? Kleinere, lösbare Teilaufgaben; systematische Bearbeitung.
| Integral | Modular | |
|---|---|---|
| Kopplung Funktion↔Komponente | mehrdeutig, fest | 1 Funktion = 1 Modul, trennbar |
| Vorteile | Performance, Bauraum, Stückkosten | Flexibilität, Skaleneffekte, Wartung |
| Nachteile | schlecht änderbar, schwere Fehlersuche | Schnittstellenkosten, geringere Performance |
Auf Bauteilebene: statt „modular“ eher „differential“.
Geometrische Toleranzen legen fest, wie stark die reale Geometrie von der Sollgeometrie abweichen darf. Vier Gruppen:
| Gruppe | Toleranzen | Bezug nötig? |
|---|---|---|
| Form | Geradheit, Ebenheit, Rundheit, Zylindrizität, Linien-/Flächenprofil | Nein |
| Richtung | Parallelität, Rechtwinkligkeit, Neigung | Ja |
| Ort | Position, Koaxialität/Konzentrizität, Symmetrie, Flächenprofil m. Bezug | Ja |
| Lauf | Rundlauf, Gesamtrundlauf (rotierende Bauteile) | Ja |
Rechteckig eingerahmt, ohne Toleranz. Legen Sollposition/-winkel fest; die Abweichung steckt allein in der geometrischen Toleranz.
| MMS (max. Material) | LMS (min. Material) | |
|---|---|---|
| Bohrung | kleinster ⌀ | größter ⌀ |
| Welle | größter ⌀ | kleinster ⌀ |
MMVS Bohrung = MMS − Toleranz MMVS Welle = MMS + Toleranz
Messplatte (Granit/Guss), Messuhr (Spindel/Hebel), Prisma, Höhenmessgerät, Rundheitsmessgerät, 3D-Koordinatenmessgerät (KMG). Bezugstemperatur: 20 °C.
Form-/Lagetoleranzen gehen wie eigenständige Maßkettenglieder ein. Da sie kein Nennmaß haben, wird ein „Nullmaß“ eingefügt.
Eselsbrücke: bei positiven Maßen für Pₒ das obere, für Pᵤ das untere Grenzmaß einsetzen (bei negativen umgekehrt).
Eine Parallelitätstoleranz t=0,2 wird als M₃ₚ = 0+0,2−0,2 eingeführt. Sie vergrößert den Toleranzbereich des Schließmaßes → das Bauteil kann im Grenzfall aus der Funktion fallen.
Erfüllt eine abgeschlossene Teilfunktion, hat klar definierte Schnittstellen (schwache externe Kopplung, starke interne).
| Modultyp (Ulrich & Eppinger) | Beschreibung | Beispiel Akkuschrauber |
|---|---|---|
| Basismodul | konstant über alle Varianten | Gehäuse, Grundplatine |
| Varianzmodul | wechselt je Konfiguration | Motor, Getriebe |
| Peripheriemodul | optionales Zubehör | LED, Staubauffänger |
Modularisierungskriterien: funktionale Zusammengehörigkeit · geometrische Nähe · gleiche Änderungshäufigkeit · gemeinsame Schnittstellen · Lieferanten-/Organisationsstruktur.
In der Praxis: iterativ kombiniert.
CAE-Methoden: FEM (Festigkeit/Frequenzen), MKS (Dynamik), CFD (Strömung/Kühlung), Toleranzanalyse.
| B-Rep (Boundary Representation) | CSG (Constructive Solid Geometry) |
|---|---|
| Begrenzungsflächen + Normalen | Grundkörper (Quader, Zylinder, Kegel, Kugel, Torus) |
| Prüfung: Euler-Poincaré V−E+F=2(S−R)+H | Verknüpfung: ODER (∪), UND (∩), UND NICHT (−) |
| keine Historie, schlecht parametrisierbar | Binärbaum, gut parametrisierbar, konsistent |
Euler-Poincaré: V=Ecken, E=Kanten, F=Flächen, S=Oberflächen(Shells), R=Volumendurchbrüche(Rings), H=Flächendurchbrüche(Holes). Bei Zylindern verletzt → Ersatz-Prisma + „Smoothing Flag“.
Änderbarkeit (Steuerparameter, Sensitivitäten) · Performance (flache Abhängigkeiten, Features > Skizzen, Detaillierungsgrad) · Robustheit (keine Selbstschnitte, keine verlorenen Bezüge).
Assoziative Geometrie · Globalkoordinaten · mathematische Constraints (Gleichungen) · logische Constraints (iLogic) · Skelett-Technik (Geometrie-/Parameterskelett) · parametrische Modellfamilien (Familientabelle).
C(u)=Σ Bᵢ,ₙ(u)·Pᵢ mit Bernsteinpolynomen. Grad n = Anzahl Stützpunkte − 1. De-Casteljau-Algorithmus. Keine lokalen Änderungen, keine Geraden möglich; interpoliert Anfangs-/Endpunkt + -tangente.